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Die größten Irrtümer über Inkasso

Inkasso Irrtümer

Die größten Irrtümer über Inkasso

Über Inkasso – speziell Inkassounternehmen oder rechtsanwaltliches Inkasso – reden viele Menschen. Interessierte, Betroffene, Verantwortliche, Fachleute, Verbraucherschutz und die Presse. Oftmals fallen in diesem Kontext Irrtümer über rufschädigende und unseriöse Geschäftspraktiken sowie horrende Kosten für die Gläubiger. Dieser Beitrag soll mit den vorherrschenden Irrtümern aufräumen.

Nr. 1 – Inkasso-Unternehmen sind nicht seriös

Inkasso-Unternehmen agieren keinesfalls als „Geldeintreiber“. Vielmehr treten Sie als Vermittler zwischen Gläubigern und Schuldner auf. Das Ziel ist, den eine einvernehmliche Lösung für beide Parteien zu finden.

So werden gemeinsam Rückzahlungskonzepte (meist Ratenzahlung) ausgearbeitet und angeboten. Mitarbeiter eines seriösen Inkasso-Unternehmens reden auf Augenhöhe mit Schuldnern, legen Zusammenhänge dar und zeigen auf, dass es oftmals besser ist unstreitige Forderungen direkt zu bezahlen. Lange und teure Gerichtsverfahren sollten im Interesse beider Parteien vermieden werden.

Ob ein Inkasso-Dienstleiter seriös ist erkenne Sie daran, dass dieser als Inkassodienstleister registriert ist. Eine Registrierung ist für jedes Unternehmen, das Inkassodienstleistungen anbietet, zwingend vorgeschrieben. In Deutschland ist das unter www.rechtsdienstleistungsregister.de möglich.

Ein weiteres Indiz (aber nicht notwendigerweise) kann die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V. (BIUD) sein. Der Bundesverband stellt zusätzlich strenge Anforderungen an seine Mitglieder, was rechtmäßiges Verhalten und Seriosität betrifft. Der BDIU verfügt zur Regulierung von Streitigkeiten über eine unabhängige Schiedsstelle, an die sich Verbraucher*innen wenden können. Die Mitgliederliste für Deutschland finden Sie unter www.inkasso.de. EOS engagiert sich im BDIU und europaweit in der Federation of European National Collection Associations (FENCA) und setzt sich so für Branchenstandards ein. 

Nr. 2 – Nur für Großunternehmen lohnt sich Inkasso

Dieser weit verbreite Irrglaube stimmt nicht. Mittelständige Unternehmen trifft es oftmals härter, wenn Rechnungen nicht bezahlt werden, da Sie auf die Zahlungsmoral ihrer Kunden angewiesen sind. Die Liquidität des Unternehmens sinkt schnell, wenn Zahlungen ausbleiben. Darüber hinaus nimmt es viel Zeit in Anspruch in eigener Regie Forderungsmanagement zu betreiben. Ein professioneller, seriöser Inkasso-Dienstleister wird Ihnen genau in dem Punkt helfen: Liquidität steigern damit Ihre Handlungsfähigkeit erhalten bleibt und Sie sich voll und ganz auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können!

Nr. 3 – Grenzüberschreitende Forderungen können nicht eingetrieben werden

Das ist ebensowenig der Wahrheit entsprechend. Das Eintreiben und Durchsetzen grenzüberschreitender Forderungen stellt sich zwar alles andere als einfach dar, ist für ein professionelles Unternehmen dennoch umsetzbar. Entscheidend ist, dass die jeweiligen nationalen rechtlichen Voraussetzungen beachtet werden müssen. Erfahrende Mitarbeiter helfen Ihnen auch, wenn sich das Geld im Ausland befindet!

Nr. 4 – Fehlender Zugriff auf eigene Fälle

Beauftragen Sie ein Inkasso-Unternehmen, welches Ihre Foderungen verwaltet und einfordert, verlieren Sie nicht die Kontrolle darüber. Ganz im Gegenteil: Inkasso-Unternehmen sind neutrale Vermittler. Sie stehen jederzeit mit den Gläubigern in Kontakt. Sie halten sich an das, was vertraglich vereinbart wurde und richten sich nach Ihren Wünschen.

Daneben verfügen einige Inkasso-Unternehmen über ein Online-Angebot, mit welchem Sie jederzeit den aktuellen Stand Ihrer Fälle einsehen können. Dies sorgt für Transparenz und erzeugt Vertrauen!

Nr. 5 – Inkasso-Unternehmen zu beauftragen ist für mein Unternehmen zu teuer

Eine Vergütung für die Dienste des Inkasso-Unternehmens fällt sicherlich an. Eine genaue Preisvorhersage kann nicht getroffen werden, da es immer auf die individuellen Vereinbarungen ankommt. Allerdings erhalten Sie mit der Beauftragung nennenswerte Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen sind.

Egal in welcher Branche, das Risiko, dass säumige Schuldner nicht zahlen können, besteht immer. Anstatt jedoch offene Forderungen anzuhäufen oder eigene Zeit sowie Ressourcen zu nutzen, sorgt ein seriöser und professioneller Inkasso-Dienstleister für mehr Planungssicherheit. Gute Rücklaufquoten verhelfen ihnen ohne zusätzlichen Stress zu mehr Liquidität und machen Raum frei für weiteres Unternehmenswachstum!

Nr. 6 – Inkasso geht immer vor Gericht

Dieser Irrtum ist relativ einfach zu widerlegen. Laut einer Studie vom BDIU landete 2016 gerade einmal jeder zehnte Fall in Deutschland vor Gericht.

Wird nämlich eine einvernehmliche Lösung gefunden, so werden nicht nur die Gerichte entlastet und unnötige Kosten für beide Parteien gespart, sondern vielmehr auch die Beziehung zwischen den Parteien nicht nachhaltig gestört.

Zudem dürfen reine Inkasso-Unternehmen nicht als Prozessvertreter auftreten, sodass ab dem Zeitpunkt oftmals ein Anwalt eingeschaltet wird – wodurch zusätzliche Kosten entstehen können.

Nr. 7 – Inkasso lohnt sich bei Einzelforderungen nicht

Dieser Irrtum kann ebenso schnell widerlegt werden. Es kommt dabei immer auf die Frage an, welche Kosten anfallen. Für Kleinstforderungen (unter 100 €) werden vermutlich weniger Inkasso-Unternehmen aktiv werden. Einzelforderungen, die bereits fällig und in Verzug geraten sind, können sich schon lohnen.

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